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SpaceX geht mit rekordverdächtigem Börsengang an die Börse

Bewertung, Segmente, Stimmrechte – was hinter dem potenziell größten Börsengang der Geschichte steckt.

SpaceX Starship beim zwölften Testflug am 22. Mai 2026

Mit dem Börsengang von SpaceX, das seinen Börsengang zu einem Preis von 135 USD pro Aktie abgeschlossen hat, hat sich die Finanzlandschaft verändert. Durch die Platzierung von 555.555.555 neuen Stammaktien der Klasse A hat das Unternehmen ein Emissionsvolumen von 75 Milliarden USD geschaffen. Diese Zahl könnte auf 86,25 Milliarden USD steigen, wenn die 30-tägige Mehrzuteilungsoption von den Konsortialbanken ausgeübt wird, was den größten Börsengang der Geschichte bedeuten würde.

Ein dreiteiliges Infrastrukturmodell

SpaceX hat sich von einem reinen Luft- und Raumfahrtunternehmen zu einem diversifizierten Infrastrukturkonzern gewandelt. Das Unternehmen ist nun in drei Hauptsegmenten tätig: Weltraum, Konnektivität und Künstliche Intelligenz.

Der Geschäftsbereich Konnektivität, der Starlink und das auf Regierungskunden ausgerichtete Starshield umfasst, dient derzeit als finanzieller Motor. Im Jahr 2025 erzielte dieses Segment einen Umsatz von 11,4 Milliarden USD und einen Betriebsgewinn von 4,4 Milliarden USD. Demgegenüber verzeichnete das Segment Raumfahrt, das sich mit Raketenstarts und der Entwicklung des Starship-Systems befasst, einen Umsatz von 4,1 Milliarden USD, musste jedoch aufgrund hoher Forschungs- und Entwicklungsausgaben einen operativen Verlust von 657 Millionen USD hinnehmen.

Das aggressivste Wachstum ist über xAI mit dem KI-Segment verbunden. Während dieser Geschäftsbereich im Jahr 2025 3,2 Milliarden USD einbrachte, verzeichnete er einen operativen Verlust von 6,4 Milliarden USD, was den größten Investitionsbereich des Unternehmens darstellt. Trotz eines konsolidierten operativen Gesamtverlusts von 2,6 Milliarden USD bei einem Gesamtumsatz von 18,7 Milliarden USD für 2025 sind die langfristigen Prognosen aggressiv. Einige institutionelle Analysen prognostizieren, dass der Umsatz bis 2040 auf 3,4 Billionen USD steigen könnte, wobei KI-Dienstleistungen den Großteil dieses Wachstums ausmachen würden.

Kontrolle und Kapitalverteilung

Der Börsengang hat zu einer beispiellosen Verschiebung des persönlichen Vermögens geführt. Elon Musk, der einen Anteil von 42,5 % hält, wird zum ersten Trillionär der Geschichte. Sein Einfluss wird durch Super-Stimmrechtsaktien weiter gefestigt, die ihm rund 82 % der gesamten Stimmrechte sichern. Zudem wurden die Corporate-Governance-Bestimmungen so festgelegt, dass der CEO nur auf eigenen Wunsch abberufen werden kann.

Frühe institutionelle Investoren verzeichnen massive Renditen. Der von Peter Thiel geführte Founders Fund hält einen Anteil von 3 %, der derzeit auf etwa 50 Milliarden USD geschätzt wird, während Andreessen Horowitz einen Anteil im Wert von rund 10 Milliarden USD hält. Zu den weiteren bedeutenden Nutznießern zählen Fidelity, Ark Invest und Ron Baron.

Der Übergang zu einer Aktiengesellschaft wirkt sich auch auf die Belegschaft aus. Schätzungen zufolge werden über 4.400 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter den Millionärsstatus erreichen, wobei eine kleine Gruppe von 400 Personen Anteile im Wert von jeweils über 100 Millionen USD hält.

Strategische Branchenvorteile

Über die finanziellen Kennzahlen hinaus behält SpaceX eine dominante operative Führungsposition in der Weltraumwirtschaft. Durch den Einsatz wiederverwendbarer Raketentechnologie und die Erhöhung der Startfrequenzen hat das Unternehmen die Kosten für den Transport von Nutzlasten in den Orbit im Vergleich zur Space-Shuttle-Ära um den Faktor 20 gesenkt. Im Jahr 2025 war das Unternehmen für 85 % aller weltweiten Satellitenstarts verantwortlich.

Die langfristige Strategie des Unternehmens sieht eine Expansion über die Grenzen der Erde hinaus vor. Dazu gehören die Entwicklung weltraumgestützter Rechenzentren, um terrestrische Energieknappheiten zu umgehen, sowie die Suche nach Seltenerdmetallen im Asteroidengürtel und auf dem Mond. Diese Initiativen zielen darauf ab, Ressourcen zu sichern, die für KI-Chips und Energiespeicher unerlässlich sind, und so die weltweite Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu verringern.

Hinweis: Dieser Artikel gibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und ersetzt keine individuelle Anlageberatung.